Qualitätswerkstatt Bern: Von «Betroffenen» im Kindesschutz lernen

Von «Betroffenen» im Kindesschutz lernen. Die Qualitätswerkstatt vom 22. Januar 2020 widmete sich den Erfahrungen der Betroffenen im Kindesschutz und den Konsequenzen für das berufliche Handeln. Anhand eines Filmes und den Schilderungen einer Betroffenen jungen Frau entfaltete sich eine spannende Diskussion.

Bericht über die Qualitäts-Werkstatt vom 22. Januar 2020 in Bern

Wenn die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung nachgeht, Abklärungen vornimmt und Entscheidungen trifft, ist dies sowohl für Eltern als auch für Kinder oftmals eine sehr belastende Erfahrung. Im Zentrum der Qualitäts-Werkstatt stand deshalb folgende Fragen: Wie erleben Kinder, Jugendliche und Eltern behördlich angeordnete Abklärungen und die Umsetzung von zivilrechtlichen Kindesschutzmassnahmen? Was erleben sie als Unterstützung, was eher als Belastung? Wo liegt Verbesserungsbedarf?

Zu Beginn der Qualitäts-Werkstatt wurde ein Kurzfilm über zwei junge Frauen gezeigt. Diese waren als Kinder aufgrund der psychischen Erkrankungen ihrer Mutter fremdplatziert worden und berichteten über ihre Erfahrungen mit den verschiedenen Fachstellen und Institutionen. Anschliessend erzählte eine ebenfalls von einer Fremdplatzierung betroffene junge Erwachsene sehr eindrücklich, wie sie als Kind und Jugendliche die verschiedenen Interventionen und Vorgehensweisen der Fachpersonen wahrgenommen hat. Die Schilderungen machten auf zahlreiche Herausforderungen aufmerksam, so insbesondere der Umgang mit dem Kindeswillen und Einschätzungen zum Kindeswohl. Die anschliessende Diskussion mit der jungen Frau, moderiert von Andrea Hauri, Vorstandsmitglied IGQK und Dozentin an der Berner Fachhochschule sowie Martina Suter, Mitglied der IGQK und Leiterin Kompetenzzentrum Schlossmatt in Bern, löste bei den rund 20 Teilnehmenden einige Fragen aus und gab neue Denkanstösse für das berufliche Handeln.

Andrea Hauri & Martina Suter