Qualitäts-Werkstatt Region Basel: Young Carer: Kindsmissbrauch oder Empowerment

Qualitäts-Werkstatt Region Basel: Young Carer: Kindsmissbrauch oder Empowerment Mittwoch, 27. Oktober 2021, 17.30 – 19.00 Uhr

KESB Basel-Stadt, Rheinsprung 16, 4051 Basel, oder online via Zoom (je nach Covid-Situation)

Mittwoch, 27. Oktober. 2021
17.30 h - 19.00 h

Eine Kooperationsveranstaltung der Interessengemeinschaft für Qualität im Kindesschutz und dem aebi-hus – Schweizerische Stiftung für Suchthilfe.

Young Carer sind Kinder und Jugendliche, die Angehörige oder ihnen nahestehende Personen mit einer körperlichen oder psychischen Erkrankung, Beeinträchtigung oder Substanzmittelabhängigkeiten pflegen und unterstützen und damit eine Verantwortung übernehmen, die normalerweise von Erwachsenen übernommen wird.

Laut Studien kümmern sich in der Schweiz ca. 8 % der 10- bis 15-Jährigen um erkrankte oder beeinträchtigte Familienangehörige. In der Altersklasse der 16- bis 25-Jährigen steigt die Zahl sogar auf rund 15 %. Bisher ist das Thema aber nicht im Bewusstsein der Öffentlichkeit angekommen, denn die Betroffenen schweigen aus Scham oder Angst vor negativen Konsequenzen wie zum Beispiel behördlichen Massnahmen häufig darüber. Das möchte die Interessengemeinschaft für Qualität im Kindesschutz in Zusammenarbeit mit dem aebi-hus, Schweizerische Stiftung für Suchthilfe, in einer Qualitäts-Werkstatt zu diesem Thema ändern.

Im Rahmen der Qualitäts-Werkstatt soll die Lebenssituation von Young Carern genauer betrachtet und diskutiert werden, inwieweit und wann von einer Kindeswohlgefährdung auszugehen ist. Es wird erörtert werden, von welchen Gefährdungen Young Carer konkret betroffen sind und wie Kinder und Jugendliche in diesen Gefährdungssituationen wirksam geschützt bzw. unterstützt werden können. Es soll miteinander darüber nachgedacht werden, welche Massnahmen ergriffen werden können, die sowohl den Young Carern als auch ihren hilfs- und schutzbedürftigen Familienangehörigen bzw. Eltern nutzen. In diesem Zusammenhang gilt es über die Grenzen des Kindesschutzes zu reflektieren. Ist es zumutbar und entspricht es dem Kindeswohl, Kinder und Jugendliche solche Aufgaben wie die Betreuung und Unterstützung ihren Eltern aufzubürden? Was spielt die Resilienz für eine Rolle, wie kann an vorhandener Resilienz angesetzt oder wie kann diese gestärkt werden? Unter welchen Voraussetzungen ist es besser, die Kinder und Jugendlichen von ihrer Carer-Rolle vollumfänglich oder teilweise zu entlasten und wie könnten solche Entlastungssettings aussehen? Handelt es sich für die Young Carer um lehrreiche oder verlorene Kinderjahre, um Missbrauch oder Empowerment? Schliesslich sollen die effektive Zusammenarbeit der unterschiedlichsten Akteure im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe besprochen, diesbezügliche Erfahrungen und Erwartungen thematisiert und ausgetauscht sowie im Hinblick auf die Weiterentwicklung von Qualität im Kindesschutz beurteilt werden.


Inputgeberin

Heidi Bühler, Projektleitung Young Carer, Rotes Kreuz Basel


Datum

Mittwoch, 27. Oktober 2021, 17.30 – 19.00 Uhr mit anschliessendem Apéro. Wenn es die epidemiologische Lage zulässt, wird der Anlass präsenziell durchgeführt.


Ort

KESB Basel-Stadt, Rheinsprung 16, 4051 Basel, oder online via Zoom


Zielgruppe

Die Qualitäts-Werkstatt adressiert Fachpersonen unterschiedlicher Professionen und Disziplinen des zivilrechtlichen, strafrechtlichen und freiwilligen Kindesschutzes mit Abklärungs-, Unterstützungs- und Entscheidungsaufgaben im Kindesschutz sowie weitere Interessierte.


Moderation

Sophie Schärer, aebi-hus

Helga Berchtold (Vorstandsmitglied IGQK)

Dr. iur. Patrick Fassbind (Vorstandsmitglied IGQK)

Paul Burkhard (Mitglied IGQK)


Kosten

keine


Anmeldung

Bis spätestens  15. Oktober 2021 möglich, die Teilnehmendenzahl ist auf 30 begrenzt (first come first serve).